Weltverfolgungsindex 2018

 

 

 

Thema „Christenverfolgung“ aktueller denn je - neuer Weltverfolgungsindex erschienen

 

 

 

Ab und zu hören wir von Anschlägen auf christliche Kirchen, beispielsweise in Pakistan oder in Ägypten. So erst wieder um die Weihnachtstage, als bei einem Anschlag auf eine koptische Kirche ein Dutzend Gläubige ums Leben gekommen sind und viele weitere verletzt wurden. Aber was da auch bei uns in den Medien berichtet wird, ist nur die Spitze des Eisberges. Sind es doch derzeit mindestens 200 Millionen Christinnen und Christen, die wegen ihres Bekenntnisses zu Jesus als unserem Retter und Erlöser bedrängt oder sogar regelrecht verfolgt werden. Das geht aus dem neuen Weltverfolgungsindex hervor, den die Hilfsorganisation „Open Doors“ erst vor wenigen Tagen veröffentlicht hat.
In Zusammenarbeit mit direkt betroffenen Christinnen und Christen vor Ort und externen Experten erfasst und analysiert ein internationales Team von Open Doors jährlich das Ausmaß der Verfolgung und erstellt daraus den Weltverfolgungsindex. Darin werden die 50 Staaten, in denen das schlimmste Maß an Verfolgung und Bedrückung herrscht, in eine Reihenfolge gebracht.
Im neuen „Weltverfolgungsindex 2018“ liegt wie schon seit vielen Jahren Nordkorea an erster Stelle. Im schrecklichen Land des Gewaltherrschers Kim Jong Un leben schätzungsweise 300.000 Christinnen und Christen im Untergrund. Werden sie entdeckt, so werden sie mitsamt ihrer Familie in eines der furchtbaren Arbeitslager verbracht, was in der Regel einem Todesurteil auf Raten gleichkommt. Oder sie werden gleich liquidiert.
Die folgenden Plätze auf dieser Rangliste des Schreckens nehmen Länder ein, die vom Islam oder vom Islamismus geprägt sind: Afghanistan, Somalia, Sudan, Pakistan, Eritrea, Libyen, Irak, Jemen und der Iran. Auf Position 11 erscheint dann Indien, wo ein nationalistischer Hinduismus immer mehr um sich greift.
In vielen Ländern ist es der Staat selber, der gegen die Gläubigen vorgeht, so etwa in Nordkorea, aber auch in Ländern, in denen der Islam Staatsreligion ist und der Abfall vom Islam unter Strafe steht. Das betrifft dann vor allem auch die Menschen, die zwar aufgrund der Religionszugehörigkeit ihres Vaters automatisch, ohne ihr Zutun, aber aus Sicht der Scharia unwiderruflich als Muslime gelten, die aber irgendwann zum christlichen Glauben gefunden haben. In anderen Ländern wie Ägypten bemüht sich der Staat, die Christinnen und Christen vor Übergriffen zu schützen, ist aber gegenüber islamistischem Terror immer wieder machtlos. In zahlreichen Ländern braucht es auch gar kein staatlich organisiertes Vorgehen etwa gegen Konvertiten, da die Dorfgemeinschaft oder die Verwandtschaft gerade den Abfall vom Islam ohnehin nicht erträgt und mit entsprechender Gewalt vor allem gegen Konvertiten vorgeht, oft aber auch gegen diejenigen, die schon immer Christinnen und Christen gewesen sind.
Religionsfreiheit ist nicht nur ein Teil, sondern immer die Grundlage für alle anderen Menschenrechte. Wo die Freiheit des Gewissens nicht geachtet wird, da erträgt man es erst recht nicht, dass jemand nach außen hin eine andere Überzeugung vertritt oder einen anderen Lebensstil pflegt. Umso wichtiger ist es, dass wir uns im freien Europa für die einsetzen, die wegen ihres christlichen Glaubens unter Verfolgung leiden.
Es muss also eigentlich das Anliegen eines jeden freiheitsliebenden und mitmenschlich denkenden und fühlenden Menschen sein, das Recht auf freie Religionsausübung einzufordern und zu verteidigen.
Und natürlich sind wir als Christinnen und Christen, die in einem Land leben, in dem wir uns gefahrlos und öffentlich sichtbar zum dreieinigen Gott bekennen können, erst recht aufgefordert, dass wir uns nach Kräften um die Glaubensgeschwister kümmern, die für ihr Bekenntnis zu Jesus Christus Diskriminierung, Benachteiligung, manchmal den Hass ihrer Mitmenschen oder sogar regelrechte Verfolgung auf sich nehmen müssen. Jedenfalls ist es die klare Erwartung unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus, dass wir denen beistehen, die wegen ihres christlichen Bekenntnisses leiden müssen. Die Möglichkeiten dazu reichen von konkreten Aktionen wie dem Schreiben von Briefen an Inhaftierte bis hin dazu, auf die Situation der Verfolgten immer wieder aufmerksam zu machen, um so öffentlichen und staatlichen Druck auf die Regime auszulösen, die gegen die Christinnen und Christen vorgehen.
Alle Erfahrungen zeigen schließlich, dass die meisten Länder, die Gläubige diskriminieren, auf keinen Fall vor der Weltöffentlichkeit am Pranger stehen wollen und schon deshalb ihr menschenverachtendes Vorgehen überdenken und oft auch ändern, wenn der weltweite Druck nur groß genug ist. Und natürlich ist das Wichtigste, was wir für unsere Glaubensgeschwister in Not tun können, nach wie vor dies, dass wir regelmäßig in unserer Fürbitte vor Gott an sie denken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

OpenDoors

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