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Die Evang. Kirche zu Niefern
Die evangelische Kirche zu Niefern nimmt unter den Kulturdenkmalen des Enzkreises nach dem Kloster Maulbronn und
der Pfarrkirche zu Tiefenbronn den dritten Platz ein. Sie ist neben der Niefernburg das älteste und ehrwürdigste Gebäude des Ortes und bildet seinen geographischen und historischen Mittelpunkt. Das gotische
Gotteshaus geht auf das 13. und 14. Jahrhundert zurück.
Den Besucher beeindruckt zuerst das hohe Tonnengewölbe des Kirchenschiffs. Dann fällt sein Blick auf den Lettner,
der wie eine Brücke das Schiff vom Chorraum trennt. Die Kirche war vor der Reformation eine Stifts- oder Chorherren-Kirche, wahrscheinlich eine Filiale der Pforzheimer Schloßkirche. Die Betrachtung der Malereien im
Chor, die erst um 1900 wieder entdeckt und freigelegt wurden, erfordern Zeit und Besinnung. Ihr gemeinsames Thema ist das Ringen des Menschen um Erlösung durch göttliches Heil und Gnade. Jesus mit den Aposteln, die
Propheten des alten Testaments, das Martyrium des Hl. Bartholomäus, eine sogenannte Heilstreppe, der Drachenkampf des Hl. Georg, die Wurzel Jesse und weitere Bilder füllen teppichartig die Wand- und Gewölbeflächen
des Chores.
Eine große Darstellung der Schutzmantelmadonna nimmt die Südwand ein. Unter dem Mantel der Gottesmutter sucht die
sündige Menschheit Schutz vor den Pfeilen der Vernichtung, die Gott Vater aus den Wolken herab schleudert. Maria bittet ihren Sohn um Gnade, während dieser wiederum dem zürnenden Vater ins erhobene Schwert fällt.
Ein sehr ähnliches Bild findet sich in der Altstadtkiche zu Pforzheim. Maria ist die Patronin der Nieferner Kirche. Darauf weist auch eine Inschrift im Torbogen des Lettners und eine Sandsteinfigur hoch oben an der
Westwand des Turmes hin.
Mehr über die Evang. Kirche zu Niefern können sie nachlesen im kleinen Kirchenführer, der in der Kirche und im
Pfarramt ausliegt, in der “Chronik der Gemeinde Niefern-Öschelbronn” und im Band “Martinskirche in Niefern”, die in der örtlichen Buchhandlung zu beziehen sind.
Friedrich Leicht
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